Kurz gesagt: Der reguläre Support für Windows 10 endete am 14.10.2025. Unternehmen können Sicherheitsupdates über das kostenpflichtige Programm Extended Security Updates (ESU) längstens bis 10.10.2028 kaufen: 61 US-Dollar je Gerät im ersten Jahr, danach verdoppelt sich der Preis jedes Jahr. Seit dem 14.10.2026 läuft das zweite ESU-Jahr, und wer jetzt einsteigt, muss das erste Jahr nachkaufen, zusammen 183 US-Dollar je Gerät. Rechner, die die Anforderungen erfüllen, wechseln kostenlos auf Windows 11, die übrigen sollten ersetzt werden.
Was seit dem Supportende für Windows 10 gilt
Microsoft hat den Support für Windows 10 am 14.10.2025 beendet, die letzte Version ist 22H2. Die Rechner starten und arbeiten weiter. Sie bekommen aber keine Sicherheits- und Qualitätsupdates mehr und keinen technischen Support. Eine Ausnahme sind die LTSC-Versionen, die Microsoft für Spezialgeräte vorsieht, etwa zur Steuerung medizinischer Geräte. Sie erhalten nach ihren eigenen Fristen weiter Updates, die im Microsoft Lifecycle stehen.
Zwei Bausteine laufen länger als Windows selbst. Die Microsoft 365 Apps aus dem Abo, also Word, Excel und Outlook, bekommen unter Windows 10 Sicherheitsupdates bis 10.10.2028. Neue Funktionen gibt es dort nur bis Version 2608. Der eingebaute Virenschutz Microsoft Defender Antivirus erhält unter Windows 10 Signaturupdates bis Oktober 2028. Beides schließt keine Lücken in Windows. Microsoft schreibt selbst, dass Windows-10-Geräte auch mit diesen Signaturupdates verwundbarer sind und Defender Antivirus allein keinen umfassenden Schutz bietet.
Was ESU für Firmenrechner kostet
Über ESU bekommen Windows-10-Rechner weiter die Sicherheitsupdates, die Microsoft als kritisch oder wichtig einstuft. Neue Funktionen und technischen Support enthält das Programm nicht. Voraussetzung ist Windows 10 in Version 22H2. Berechtigt sind die Editionen Enterprise, Education und Pro im gewerblichen Einsatz. Gekauft wird über die Volumenlizenzierung von Microsoft oder über einen Lizenzpartner im CSP-Programm, schon ab einer einzigen Lizenz.
| ESU-Jahr | Abdeckung | Preis je Gerät | Summe ab Jahr 1 |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 15.10.2025 bis 13.10.2026 | 61 USD | 61 USD |
| Jahr 2 (läuft) | 14.10.2026 bis 12.10.2027 | 122 USD | 183 USD |
| Jahr 3 (letztes) | 13.10.2027 bis 10.10.2028 | 244 USD | 427 USD |
Microsoft nennt die Preise in US-Dollar. Die Beträge für Jahr 2 und Jahr 3 ergeben sich aus der angekündigten Verdopplung je Jahr. ESU gibt es nur jahresweise, ein halbes Jahr lässt sich nicht kaufen. Ein Jahr auslassen geht ebenfalls nicht: Die Lizenz für Jahr 2 oder Jahr 3 bekommt nur, wer auch die Vorjahre erworben hat. Wer erst jetzt einsteigt, zahlt Jahr 1 also nach. Betriebe, die Jahr 1 schon hatten, brauchen jetzt die Lizenz für Jahr 2 und müssen sie auf jedem Rechner aktivieren. Microsoft führt für jedes ESU-Jahr eine eigene Aktivierungs-ID.
Ohne Zusatzkosten ist ESU für Windows-10-Maschinen enthalten, die virtuell bei Windows 365 oder in Azure Virtual Desktop laufen. Auch Windows-10-Rechner, die sich mit einem Cloud-PC von Windows 365 verbinden, haben bei aktivem Windows-365-Abo bis zu drei Jahre Anspruch auf ESU. Das eigene ESU-Programm für Privatanwender hat Microsoft bis 12.10.2027 verlängert, es kann aber nicht im geschäftlichen Umfeld verwendet werden.
Schafft Ihr Rechner Windows 11?
Für Windows 11 muss ein Rechner diese Mindestanforderungen erfüllen:
- 64-Bit-Prozessor mit mindestens 1 GHz und zwei Kernen, der auf Microsofts Liste kompatibler Prozessoren steht
- 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicherplatz
- UEFI-Firmware mit Secure Boot
- Trusted Platform Module (TPM) in Version 2.0
- Grafik mit DirectX 12 und WDDM-2.0-Treiber
Ob ein Rechner das schafft, zeigt die kostenlose App PC-Integritätsprüfung von Microsoft. Nach einem Klick auf „Jetzt überprüfen“ meldet sie, ob Windows 11 läuft, und nennt bei einem Nein den Grund. Grafikkarte und Bildschirm prüft die App laut Microsoft nicht. Für das Upgrade braucht der Rechner Windows 10 ab Version 2004 und mindestens das Sicherheitsupdate vom 14.09.2021. Berechtigte Rechner bekommen das kostenlose Upgrade über Windows Update angeboten.
Erfüllt ein Rechner die Anforderungen nicht, rät Microsoft davon ab, Windows 11 trotzdem zu installieren. Solche Geräte haben keinen gesicherten Anspruch auf Updates, auch nicht auf Sicherheitsupdates. Schäden durch fehlende Kompatibilität deckt die Herstellergarantie nicht. Für diese Rechner legt Microsoft den Kauf eines neuen PCs mit Windows 11 nahe.
Warum ein Rechner ohne Updates im Firmennetz ein Problem ist
Sicherheitsupdates schließen Lücken, die Angreifer sonst ausnutzen können. Das BSI schreibt in seiner Empfehlung zum Supportende: „Die weitere Nutzung von Windows 10 nach Ende des Supportzeitraums birgt daher gravierende Sicherheitsrisiken.“ Es rät zum Upgrade oder zum Wechsel des Betriebssystems und vorher zu einer Datensicherung.
Für Betriebe, die sich am IT-Grundschutz des BSI orientieren, wird das in der Anforderung OPS.1.1.3.A15 konkret. Wer Hard- oder Software einsetzen will, die der Hersteller nicht mehr unterstützt, muss prüfen, ob sie dennoch sicher betrieben werden kann. Ist das nicht der Fall, darf sie nicht mehr verwendet werden.
Beim Datenschutz verlangt Art. 32 DSGVO technische und organisatorische Maßnahmen „unter Berücksichtigung des Stands der Technik“, die ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau gewährleisten. Ob ein Rechner ohne Sicherheitsupdates, auf dem personenbezogene Daten liegen, diesem Maßstab genügt, beurteilt im Einzelfall Ihr Datenschutzbeauftragter oder Ihr Anwalt.
Welcher Weg passt zu welchem Rechner?
| Ausgangslage | Sinnvoller Weg | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Rechner erfüllt die Anforderungen für Windows 11 | Kostenloses Upgrade auf Windows 11 | Vorher die Daten sichern und klären, ob Ihre Programme für Windows 11 freigegeben sind |
| Rechner erfüllt die Anforderungen nicht | Austausch gegen einen neuen Rechner mit Windows 11 | Windows 11 nicht trotzdem aufspielen. ESU nur als Brücke, bis der neue Rechner da ist |
| Spezialsoftware oder Gerätesteuerung läuft nur unter Windows 10 | ESU als Übergang, parallel beim Softwarehersteller eine Version für Windows 11 anfragen | Rechner abschotten. ESU endet spätestens am 10.10.2028 |
Bei der dritten Gruppe lohnt sich ein früher Anruf beim Hersteller der Software oder Maschine, denn ESU verschafft Zeit, mehr nicht. Bis es eine Lösung gibt, empfehlen wir, solche Rechner nur mit den Netzverbindungen zu betreiben, die die Software wirklich braucht, und auf ihnen weder E-Mails zu lesen noch im Internet zu surfen. Ob das für Ihren Fall reicht, gehört zu der Prüfung, die der Grundschutz verlangt.
Was ITS dabei übernimmt
Wir gehen mit Ihnen die Rechner im Betrieb durch und halten fest, welche Windows 11 schaffen und welche Programme noch an Windows 10 hängen. Kompatible Rechner bringen wir auf Windows 11, die anderen ersetzen wir durch neue Arbeitsplätze und binden sie in Ihr Netzwerk ein. Bei Servern und Arbeitsplätzen arbeiten wir mit Dell und Hewlett Packard Enterprise. Hardware können Sie bei uns auch mieten, mit Laufzeiten ab drei Monaten. Mehr zur Ausstattung finden Sie unter Moderne Hardware.
Häufige Fragen
Was kostet ESU, wenn wir jetzt erst einsteigen?
Seit dem 14.10.2026 läuft das zweite ESU-Jahr. Weil die Lizenzen aufeinander aufbauen, kaufen Sie Jahr 1 und Jahr 2 zusammen, nach Microsofts Listenpreis 61 plus 122, also 183 US-Dollar je Gerät. Das dritte und letzte Jahr bis 10.10.2028 kostet weitere 244 US-Dollar.
Kann ich Windows 11 auf einem älteren Rechner ohne TPM 2.0 installieren?
Microsoft rät davon ab. Rechner, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen, haben keinen gesicherten Anspruch auf Updates, auch nicht auf Sicherheitsupdates. Schäden durch fehlende Kompatibilität deckt die Herstellergarantie nicht. Für einen Firmenrechner ist ein neues Gerät der verlässlichere Weg.
Reicht ein aktueller Virenschutz, um Windows 10 weiter zu nutzen?
Nein. Microsoft liefert für Defender Antivirus unter Windows 10 zwar Signaturupdates bis Oktober 2028, schreibt aber selbst, dass Windows-10-Geräte trotzdem verwundbarer sind und Defender Antivirus allein keinen umfassenden Schutz bietet. Lücken in Windows schließen nur Sicherheitsupdates, also ESU oder der Wechsel auf Windows 11.
Bekommen Word, Excel und Outlook unter Windows 10 noch Updates?
Ja, wenn Sie die Microsoft 365 Apps aus dem Abo nutzen: Sicherheitsupdates gibt es unter Windows 10 bis 10.10.2028. Neue Funktionen enden mit Version 2608. Bei Problemen, die nur unter Windows 10 auftreten, verweist der Microsoft-Support auf den Wechsel zu Windows 11.
Quellen
- Extended Security Updates (ESU) program for Windows 10, Microsoft Learn, abgerufen am 22.10.2026
- Product Lifecycle FAQ: Extended Security Updates, Microsoft Learn, abgerufen am 22.10.2026
- Purchasing Extended Security Update Licenses as a Cloud Solution Provider, Microsoft Learn, abgerufen am 22.10.2026
- Enable Windows 10 Extended Security Updates (ESU), Microsoft Learn, abgerufen am 22.10.2026
- Windows 10 Enterprise and Education: Microsoft Lifecycle, Microsoft Learn, abgerufen am 22.10.2026
- Lifecycle FAQ: Windows, Microsoft Learn, abgerufen am 22.10.2026
- Windows 10 end of support and Microsoft 365 Apps, Microsoft Learn, abgerufen am 22.10.2026
- End of Windows 10 Support: What Defender Customers Need to Know, Microsoft Defender for Endpoint Blog, 14.10.2025, abgerufen am 22.10.2026
- Stay secure with Windows 11, Copilot+ PCs and Windows 365 before support ends for Windows 10, Windows Experience Blog, mit Herausgeberhinweis vom 25.06.2026, abgerufen am 22.10.2026
- Windows 10 ESU-Programm für Privatanwender, Microsoft, abgerufen am 22.10.2026
- Windows 11 requirements, Microsoft Learn, abgerufen am 22.10.2026
- Windows 11: Spezifikationen und Systemanforderungen, Microsoft, abgerufen am 22.10.2026
- Verwenden der PC-Integritätsprüfungs-App, Microsoft Support, abgerufen am 22.10.2026
- Windows 11 auf Geräten, die die Mindestsystemanforderungen nicht erfüllen, Microsoft Support, abgerufen am 22.10.2026
- Ende des Supports für Windows 10, Microsoft, abgerufen am 22.10.2026
- BSI empfiehlt Upgrade oder Wechsel des Betriebssystems nach Supportende von Windows 10, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Pressemitteilung vom 14.04.2025, abgerufen am 22.10.2026
- IT-Grundschutz-Kompendium, Baustein OPS.1.1.3 Patch- und Änderungsmanagement (Edition 2023), Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, abgerufen am 22.10.2026
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 32, EUR-Lex, abgerufen am 22.10.2026